FKM 1998 Heft Nummer 231 Vorhaben Nr. 207 Preis: Euro 43,97
Zusammenfassung: Steigende Anforderungen an technische Spritzgussformteile führen zu einer Verschärfung des Wettbewerbs. Neben der hohen Qualität seiner Erzeugnisse muss der Produzent die Konstanz der Fertigung nachweisen. Am IKV wurde eine Methode zur Vorhersage von kontinuierlichen Merkmalen entwickelt. Basis dieses Verfahrens ist die Berechnung von messbaren Qualitätseigenschaften, wie Maßen und Gewichten, aus gemessenen Prozessgrößen. Die Qualität wird jedoch nicht nur durch kontinuierliche Merkmale bestimmt. Attributive Qualitätsmerkmale, wie Brenner, Einfallsteilen und Oberflächenglanz, führen schnell zu nicht akzeptablen Formteilen. Können kontinuierliche Merkmale objektiv durch entsprechende Einrichtungen messtechnisch erlasst werden, müssen attributive Merkmale subjektiv durch Mitarbeiter in der Produktion oder Qualitätssicherung beurteilt werden. Ziel dieses Forschungsvorhabens war die Untersuchung des Einsatzes Logistischer Regressionen und Neuronaler Netzwerke zur Online-überwachung attributiver Qualitätsmerkmale. Sowohl Neuronale Netzwerke als auch Logistische Regressionen haben sich als geeignet zur Vorhersage attributiver Merkmale aus gemessenen Prozessgrößen herausgestellt. Die mit Neuronalen Netzwerken erreichten Modellgüten liegen über denen der Logistischen Regressionen. In den durchgeführten Analysen konnten für die untersuchten Qualitätsmerkmale Modellgüten von 100 % erreicht werden. Voraussetzung ist dabei jedoch ein optimal an den Prozessangepasster Kenngrößendatensatz. Die im Rahmen dieses Projekts entwickelte direkte Verarbeitung von Messpunkten aus dem Kurvenverlauf von Prozessgrößen ermöglicht den Einsatz der Online-überwachung ohne Prozesswissen, das bei der Kennzahlbildung zwangsläufig vorhanden sein muss. Untersuchungen zu Störeinflüssen haben gezeigt, dass die Prozessmodelle stabil gegen Chargenschwankungen und Einfärbungen sind. Sortenwechsel, der Einsatz gleicher Materialien von unterschiedlichen Herstellern, führt jedoch zu erheblich herabgesetzten Modellgüten.
Berichtsumfang: 79 Seiten
Beginn der Arbeiten: 01. 08. 1995
Ende der Arbeiten: 31. 07. 1997
Zuschussgeber: AiF-Nr. 10304
Forschungsstelle: Institut für Kunststoffverarbeitung, RWTH Aachen
Leitung: Prof. Dr.-lng. W. Michaeli
Bearbeiter und Verfasser: C. Schnerr, E. Henze, F. Ehrig
Leiter des Fachkreises: J. Rabe, Sachsenring Automobiltechnik AG
Vorsitzender des Beirates: Prof. Dr.-lng. H. Kipphan, Heidelberger Druckmaschinen
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